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Klinik für Frauenheilkunde
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Mitteldeutsche Zeitung vom 04.08.07: Bestrahlung im Operationssaal

Bestrahlung im OP-Saal

Mitteldeutsche Zeitung vom 4. August 2007
Von Iris Stein

Eine neue Methode zur Behandlung von Brustkrebs kommt im Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara in Halle zum Einsatz. Eine erste Bestrahlung erfolgt seit kurzem bereits während der Operation.

Die Vorteile der neuen Methode liegen auf der Hand: Sie ist schonender, bei der Behandlung von Brustkrebs werden Frauen weniger belastet, die Behandlungsdauer verkürzt sich. Seit Mai kommt sie im Brustzentrum des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara zum Einsatz.

Hier werden jährlich etwa 200 neu erkrankte Frauen behandelt. "Die Patientinnen bekommen bei uns die erste Bestrahlung nicht nach, sondern während der Operation", erklärt Chefarzt Tilmann Lantzsch. Direkt in der Wundhöhle, die entsteht, wenn der Tumor entfernt wird, ist das Gerät platziert, das noch unter der Narkose zum Einsatz kommt.

Erspart bleiben den Frauen fünf bis sechs Bestrahlungen unmittelbar nach der Operation. Bei der weiterführenden Strahlentherapie bleibt es dann. In den neuen Bundesländern ist das hallesche Krankenhaus mit Ausnahme Berlins der einzige Standort, an dem die Methode eingesetzt wird. "Dennoch handelt es sich um ein anerkanntes Verfahren, dass weltweit vielfach erprobt ist", sagt Strahlenexperte Matthias Heider, der als niedergelassener Radiologe mit den Brustzentren in Halle, Weißenfels und Magdeburg zusammen arbeitet. "Eine Bestrahlung ist zwingend erforderlich, wenn Brust erhaltend operiert wird", so Heider weiter. Etwa drei Viertel aller Krebs-Operationen erfolgen heute so, ohne dass die Brust radikal entfernt werden muss. Mit der Bestrahlung während der Operation wird die Wundhöhle, die das höchste Rückfallrisiko birgt, verstärkt behandelt.

Bisher mussten fünf bis sechs Bestrahlungen von außen erfolgen, um dasselbe Ziel zu erreichen. "Für unsere Patientinnen, die ja nicht nur aus Halle, sondern aus einem großen Einzugsgebiet in Sachsen-Anhalt und auch darüber hinaus nach Halle kommen, war das eine große Belastung", sagt Chefarzt Lantzsch. "Sie mussten kurz nach der Operation fast eine Woche lang zusätzlich nach Halle kommen - das ist jetzt nicht mehr notwendig."

Zudem wird bei Bestrahlungen von außen auch gesundes Gewebe belastet, wodurch sich Komplikationen ergeben können. Dass sich die Operationsdauer um etwa 25 Minuten verlängert, halten die Mediziner für vertretbar. Ein Problem entstehe dadurch nicht. Wundheilungsstörungen wie sie bei internationalen Studien hin und wieder dokumentiert wurden, sind nach Aussage von Chefarzt Lantzsch in Halle bisher noch bei keiner Patientin aufgetreten, bei der die intraoperative Strahlentherapie zum Einsatz kam. "Das Bedürfnis nach einer Behandlung mit weniger Nebenwirkungen ist bei den Frauen außerordentlich groß", schätzt Lantzsch ein. Dass die sofortige Bestrahlung zudem erfolgreich das Wiederauftreten des Tumors verhindern kann, macht sie zu einem doppelten Gewinn.

Insgesamt erkranken in Deutschland jährlich über 50.000 Frauen an Brustkrebs. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate, die als Heilung gilt, liegt bei etwa 75 Prozent. Ist der Tumor kleiner als ein Zentimeter, beträgt sie sogar zwischen 85-90 Prozent.

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